Riester

Riester-Sparen: Zehn wichtige Fragen zur Förderrente

Die Bedingungen für die Riester-Rente können im Einzelfall kompliziert sein. Damit Sie keine Fehler machen und es nicht zu Verlusten kommt, beantworten wir nachfolgend die zehn häufigsten Fragestellungen zu diesem Thema.

Wie hoch ist der Mindesteigenbeitrag für Geringverdiener?

Auch wer keine oder nur geringe beitragspflichtigen Einkünfte erzielt, muss einen Eigenbeitrag leisten, um in den Genuss der Riester-Fördermittel zu kommen. Der Mindestbeitrag, auch Sockelbetrag genannt, richtet sich nach der Anzahl der eigenen Kinder. Es gilt: Förderberechtigte ohne Nachwuchs zahlen mindestens 90 Euro pro Jahr, mit einem Kind 75 Euro und bei zwei und mehr Kindern 60 Euro.

Was passiert, wenn ich den geforderten Mindesteigenbeitrag nicht leiste?

Wird der Mindestbeitrag nur teilweise geleistet, erhält der Sparer auch nur anteilig Zulagen. Es gilt: Halber Mindestbeitrag bringt auch nur halbe Förderung etc. Das gilt auch für zu leistende Sockelbeträge bei Geringverdienern.

Hintergrund: Der Mindesteigenbeitrag liegt 2006 bei drei Prozent der im vorangegangenen Kalenderjahr erzielten beitragspflichtigen Einnahmen. Wer im Jahr 2005 30.000 Euro verdient hat, der muss demnach dieses Jahr 900 Euro in den Riester-Vertrag einzahlen, um die Förderung auszuschöpfen. Positiv: Von diesem Betrag dürfen die Zulagen abgezogen werden, so dass nur der Rest als Eigenleistung zu überweisen ist. (Grundzulage in 2006: 114 €, Kinderzulage je Kind: 138 €)

Warum zieht das Finanzamt im Steuerbescheid die Zulage wieder ab, wenn mir beides, Zulage + Steuerbefreiung, gewährt wird?

Die Beamten prüfen, was finanziell besser ist: die Zulage oder der Steuerbonus. Bringt der Sonderausgabenabzug ihrer Beiträge mehr als die Zulage, dann erhalten Sie die Steuervergünstigung obendrauf. Andernfalls bleibt es beim Zuschuss, denn auch Geringverdiener sollen profitieren.

Bin ich mit einem 400-Euro-Job förderberechtigt?

Zunächst nicht, weil Sie nicht rentenversicherungspflichtig sind. Verzichten Sie jedoch gegenüber dem Arbeitgeber auf Ihre Versicherungsfreiheit, dann sind sie förderberechtigt. Voraussetzung: Sie zahlen den fehlenden Anteil an Ihrem Rentebeitrag selbst ein und heben so den Beitragssatz auf die geforderten 19,5 Prozent. Hintergrund: Aktuell zahlen Arbeitgeber für Minijobber 12 Prozent an Rentenbeiträgen, demnächst sollen es 15 Prozent sein. Sie müssen also 7,5 oder 4,5 Prozent von ihrem Nebenverdienst selbst einzahlen.

Was bedeutet „indirekt förderberechtigt“?

Gehört der Ehepartner zum förderberechtigten Personenkreis und besitzt er einen eigenen Riester-Vertrag, dann können zum Beispiel nicht berufstätige Ehegatten oder Selbstständige ebenfalls einen Riester-Vertrag abschließen und Förderung beanspruchen.

Gibt es eine Altersbegrenzung für Riester-Sparer?

Der Gesetzgeber schreibt zwar keine vor, doch ist der Abschluss eines Sparvertrages für die Altersvorsorge kaum mehr sinnvoll, wenn man kurz vor dem Ruhestand steht. Entsprechend lehnen viele Geldinstitute die Eröffnung solcher Sparverträge ab, wenn das 60. Lebensjahr überschritten ist.

Was passiert, wenn ich meinen Lebensabend im Ausland verbringen möchte?

Verlegt der Senior mit Renteneintritt seinen Hauptwohnsitz ins Ausland, musste er bisher die staatlichen Zulagen zurückzahlen. Dennoch kann sich der Riester-Vertrag lohnen. Erstens entfällt mit dem Umzug ins Ausland die Besteuerung der Riester-Rente in Deutschland, zweitens bleibt der Zinsertrag bzw. die Wertsteigerung des Kapitals vom Fiskus unangetastet. Bleibt ein Zweitwohnsitz in Deutschland bestehen, ändert sich an den Bedingungen aber nichts: Die Förderung bleibt erhalten, die Rente unterliegt 100 Prozent der Steuer. Zukünftig dürfen Ruheständler jetzt auch ihre Riester-Zulagen behalten, wenn sie ihren Lebensabend im Ausland verbringen. Hierunter fallen sowohl der „Mallorca-Rentner“ als Personen, die im Ruhestand in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Förderung von Eigenheimen im Ausland. Das höchste europäische Gericht hat klargestellt, dass Riester-Zulagen auch für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung im Ausland eingesetzt werden dürfen. Die Bundesregierung wird das Urteil schnell in deutsches Recht umsetzen müssen.

Kann ich die Riester-Ersparnisse für den Kauf einer Immobilie verwenden?

Ja, jeder Sparer darf zwischen 10.000 und 50.000 Euro für den Kauf eines Eigenheims zinsfrei aus seinem Sparvertrag entnehmen. Allerdings muss das Geld bis zum 65. Lebensjahr wieder zurückgezahlt sein. Ist dies nicht möglich, müssen Sie die steuerlichen Vorteile anteilig des fehlenden Betrags an die öffentliche Hand zurückzahlen.

Was geschieht, wenn ich die Immobilie eines Tages verkaufe oder vermiete?

Dann müssen Sie den entnommenen Betrag binnen eines Jahres entweder in den Vorsorgevertrag zurückzahlen oder eine neue Immobilie zur Eigennutzung kaufen. Andernfalls sind die steuerlichen Vorteile zurückzuzahlen.

Was bedeutet „schädliche Verwendung“?

Sie liegt vor, wenn das angesparte Vermögen nicht zu dem Zweck der Sicherung des Lebensunterhalts im Alter verwendet wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie den Vermögensstock vor Erreichen der Auszahlungsphase für private Zwecke „plündern“ und das Geld nicht zurückzahlen. Die anteilig angefallenen Zulagen und Steuerboni sind dann zurückzuzahlen.